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Wallfahrt unseres Pastoralverbundes nach Vierzehnheiligen
Vom 19. bis 21. September haben sich insgesamt 75 Teilnehmer auf den Weg nach Vierzehnheiligen gemacht.
Zwei Busse, einer begleitet von Pfarrer Graute, einer begleitet durch 4 unserer Schwestern aus dem Josefshaus (Sr. Theresina, Sr. Subi, Sr. Notburga und Sr. Jessica) setzten sich am Mittwochmorgen Richtung Süddeutschland in Bewegung; nach einem doch recht kühlen Morgen verwöhnte uns schon bald eine wärmende Herbstsonne, die uns bis zum Schluß begleiten wollte.
Nach etwa vier Stunden erreichten wir die Benediktinerabtei Münsterschwarzach, in der auch der bekannte Pater Anselm Grün ansässig ist. Hier nahmen wir am Mittagsgebet der Benediktiner teil und hatten danach Zeit für eine Mittagspause und den Besuch der Hofläden (Goldschmiede, Buch- und Eine-Welt-Laden aber auch eine Bäckerei und Metzgerei).
Wir fuhren gutgelaunt weiter, immer auch wieder unterwegs betend, bis wir Bamberg erreichten, hier wurde das 1000jährige Bistumsjubiläum gefeiert und wir besuchten dort den Dom, in dem sich auch die Grabstätte Heinrichs und Kunigundes befindet. Eine interessante Domführung gab Einbick in das damalige Schaffen der Künstler, besonders das Tillmann Riemenschneiders, der die Grabstätte der adeligen Eheleute schuf. Sehenswert war auch die Altstadt Bambergs; bei der Nachmittagssonne eine wahre Augenweide. Wir kamen Punkt 18.00 Uhr (Bravo, Willi !) in Vierzehnheiligen an und konnten direkt unsere Zimmer beziehen.
Nach dem Abendessen waren wir zur Begrüßung vor die Stufen der Wallfahrtsbasilika geladen. Jeder, der hier vielleicht einen händeschüttelnden Geistlichen erwartet hatte, wurde ganz schnell eines Besseren belehrt: Der in eine Uniform gewandete „Mesner“ bat darum, sich in Dreierreihen aufzustellen, dann setzte feierlichstes Geläut ein und die Türen des Portals öffneten sich, um nach dem Anstieg der vielen Treppenstufen einen Einblick in das barocke Kircheninnere freizugeben. Wunderschöne Orgelmusik begleitete unseren Einzug in die Basilika, ein Einzug, der sicherlich jedem von uns in Erinnerung bleibt - manch einen von uns dürfte dabei eine Gänsehaut überkommen haben. Bei den Begrüßungsworten des Franziskanerpaters begann dann auch bei denen innerlich die Wallfahrt, die vielleicht noch nicht mit dem Anreisetrubel abgeschlossen hatten ...
Donnerstag, 20. September 2007
Nach der Hl. Messe um 08.00 Uhr mit den Patres des dortigen Franziskanerklosters und Herrn Pastor Graute sowie dem anschließenden gemütlichen Frühstück trafen sich alle, die gut zu Fuß waren, am Anfang des naheliegenden Kreuzweges. (Allen anderen bot sich die Möglichkeit des Kreuzwegbetens in der Kapelle des Hauses „Frankenthal“). Bei wiederum stahlendem Sonnenschein beteten wir den Kreuzweg; unserem Gebet und unserem Gesang schlossen sich spontan auch einige andere Pilger an – ein ganz besonderes Gefühl: die anderen, jetzt auf einmal nicht mehr fremd, gehen mit uns! So ganz am Rande prägen einen dann Eindrücke, denen man sich erst bewusst wird, wenn man wieder zu Hause ist.
Mittag! Jeder trollte sich in Richtung Mittagessen oder Souvenirkauf an einem der 10 Stände. Nach einer guten Mittagspause in einem der ansässigen Gaststätten und einer anschließenden „Sonnenrast“ erläuterte uns dann einer der Franziskanerpatres in der Basilika die Besonderheiten über das Entstehen der Wallfahrtskirche:
Einem Schäfer – sein Vater war vermutlich der Pächter des benachbarten Gutshofes Frankenthal, der dem Zisterzienserkloster Langheim gehörte - erschien am 17. September 1445 beim Hüten seiner Tiere ein kleines Kind, welches ein rotes Kreuz auf seiner Brust trug, auf einem Acker sitzen; die Erscheinung war aber rasch vorüber. Wenig später erschien das Kind dem Schäfer zum zweiten Male, diesmal flankiert von brennenden Kerzen. Aber auch diese Erscheinung war vorüber, ehe der Mann es fassen konnte. In seiner Verwirrung über diese Erscheinungen wandte sich der Mann an seinen Priester und der riet ihm, das Kind bei einer evtl. nächsten Erscheinung anzusprechen und es zu fragen, was es wolle. Das kleine Kind erschien dem Hirten ein drittes Mal, diesmal umringt von 14 anderen Kindern. Der Hirte fragte das Kind, wer es sei und was es wolle. Es antwortete: „Wir sein die vierzehn Nothelffer und wöllen ein Cappeln haben, auch gnediglich hie rasten, un d biß (du) unser Diener, so wöllen wir dein Diener wieder sein.“ An der selben Stelle sahen der Schäfer und eine Frau, die gerade des Weges kam, an dieser Stelle nochmals zwei brennende Kerzen.
Nach der Erscheinung war das Zweifeln noch groß, mit dem Bau einer Kapelle wurde erst nach der Heilung einer schwerkranken Magd des Hofes Frankenthal begonnen. Eine Kapelle zu Ehren des Jesuskindes, der Gottesmutter und der „Vierzehn Heiligen“:
St. Blasius bringt wegen Halsweh Fürbitt dar
St. Georgius ist anzurufen bei Kriegsgefahr
St. Erasimus für Därm und Leibesschmerzen
St. Vitus ein großer Freund der Kinderherzen
St. Pantaleon Patron der Ärzten, bei Gott mächtig,
St. Christoph für Hagl und Wetter beschützt er kräftig
St. Dionysius in Hauptweh wird gerufen an
St. Cyriacus von Teufel Beseßnen helfen kann
St. Achatius dem christlichen Kriegsvolk hilft er behend’
St. Eustachius Betrübniß in der Ehe abwendt’
St. Egidius hilft zu Erkenntniß heimlicher Sünd’
St. Margaretha wo Teufelslist ein Zugang find’
St. Katharina wenn Weisheit im Studieren mangelt
St. Barbara im Tod die Sakrament’ erlangt.
Nach dieser Besichtigung fuhren wir zum beinahe spiegelbildlich aus den gegenüberliegenden Wäldern herausragenden „Kloster Banz“; hier fand gerade ein CSU-Parteitag statt, was uns aber nicht wirklich beeindruckte. Viel imposanter - und außerdem völlig unpolitisch - war die Kirche von Kloster Banz. Völlig unbürokratisch auch die nette Mitarbeiterin des Klosters, die eine kurze Führung durch die große, in Gold getauchte, altehrwürdige Kirche möglich machte.Beim Rosenkranzgebet nach dem Abendessen ließen wir den Hauptwallfahrtstag ausklingen ...
Freitag, 21. September 2007
Nach Messe und Frühstück Abfahrt in Richtung Würzburg und Mittagspause im Franziskanerkloster Würzburg, dem ältesten noch erhaltenen Kloster der Franziskaner „diesseits der Alpen“. Nach dem„Engel des Herrn“-Gebet in der Kapelle des Klosters führten uns die Patres zum Speisesaal. Ein dreistimmiger Kanon als Mittagsgebet (Bravo, Frau Grundhoff!) und Grußworte des „Küchenchefs“ gingen einem wirklich guten Mittagessen voraus (Bravo, Küchenchef!). Danach ging jeder auf eine kleine Erkundungstour: der Dom, die Mainbrücke oder die Augustinerkirche mit den Reliquien der hl. Rita boten sich zur Besichtigung an. Als letzte Sehenswürdigkeit auf dieser Wallfahrt fuhren wir zum „Käppele“, einer außerhalb Würzburgs gelegenen Wallfahrtskirche. Viele lauschten einer außerordentlich unterhaltsamen Führung durch einen außerordentlich interessanten Geistlichen, der die ganze Sache sehr humorvoll gestaltete. Sehenswert war auch der unterhalb der Kirche liegende großzügig gestaltete Kreuzweg, aber auch der atemberaubende Blick über Würzburg – bei strahlendem Sonnenschein.Nun ging es zügig weiter in Richtung Heimat, die Reise nahm langsam ihr Ende und alle Teilnehmer denken sicherlich auch jetzt noch gerne zurück an die besinnliche, sonnige Zeit in Vierzehnheiligen. Manch einer freut sich schon auf die nächste Wallfahrt des Pastoralverbundes Hallenberg...
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